Akupunktur

 

Bitte beachten SieIm Zusammenhang mit der Darstellung medizinischer Behandlungsmethoden stellt die deutsche Rechtsprechung strenge Anforderungen an Richtigkeit, Eindeutigkeit und Klarheit der Aussagen. Dem Bundesgerichtshof zufolge kann ein hinreichender wissenschaftlicher Wirksamkeitsbeleg von medizinischen Behandlungsmethoden in der Regel nur erfolgen durch eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie mit adäquater statistischer Auswertung, die durch Veröffentlichung in den Diskussionsprozess der Fachwelt einbezogen worden ist (BGH 2013, Az. I ZR 62/11). Eine solche Studie liegt bezüglich der Akupunktur meines Wissens bisher nicht vor bzw. ein Erfolg der Akupunktur kann ausdrücklich nicht garantiert werden!

Die Akupunktur kommt ursprünglich aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (= TCM), die sich auf die Werke der Kaiser Fuhsi, Hung Ti und Huang Ti (2600 – 2900 v. Chr.) begründet. Erste schriftliche Erwähnung findet die Akupunktur in den „Aufzeichnungen der Historiker“ im 2. Jahr- hundert v. Christus. Grabfunde in Form von Steinnadeln lassen aber vermuten, dass Akupunktur bereits vor 4-6 Tausend Jahren zur Zeit der o.g. Roten und Gelben Kaiser praktiziert wurde.

Wirkungsweise:
Unsere moderne Schulmedizin folgt Rudolf Virchows Thesen über die „Zellularpatholgie“ von 1858: Alles Leben entsteht aus einer Körperzelle, Krankheiten werden als rein anatomisch-fassbare Störungen definiert und Medizin als substantielle Sekundär-/Tertiärprophylaxe (= Behandlung bereits entstandener Krankheiten bzw. deren Folgen) verstanden.

Die TCM hingegen zielt vorrangig auf die Krankheitsverhütung (= Primärprophylaxe) ab nach einem universal-philosophischen Prinzip des Tao (= „der Weg“). Die Körperenergie Qi (aus Ursprungs-, Natur-, Ernährungs-, Verdauungs-, Atmungs-, Geist- und Abwehr-Qi) fließt über die unten genannten Haupt-Meridiane, nach heutigem Krankheitsverständnis in etwa der Versorgung und des Stoffwechsels unserer inneren Organe und des Muskel-Skelettsystems über Sehnen, Gefäß- und Nervenbahnen entsprechend.

Gemäß TCM-Lehre folgt der Qi-Energiestrom dabei einem immer gleichen, täglichen und festen Kreislauf: um 3.00 Uhr morgens über den Lungenmeridian von Brust zur Hand beginnend, ab 5.00 Uhr über den Dickdarmmeridian zum Kopf fließend, dann zwischen 7.00 – 9.00 Uhr dem Magenmeridian bis zu den Füßen folgend und von dort bis 11.00 Uhr auf dem Milzmeridian zurück zur Brust. Daran schließt sich der Qi-Fluss über den zweiten, hinteren Umlauf mit den Meridianen Herz, Dünndarm, Blase und Niere von 11.00 – 19.00 Uhr an, um schließlich – weiter zweistündlich – im dritten, seitlichen Meridianumlauf erneut von Brust zu den Händen, von dort über den Kopf bis in die Füße und zurück zum Lungenmeridian zu strömen.

Die TCM kennt insgesamt 361 Akupunkturpunkte auf o.g. Hauptmeridianen. Hinzu kommen 48 Extrapunkte, die nicht auf einem Meridian liegen und weitere Punkte auf den 8 „Außerordentlichen Meridianen“, zu denen u.a. Ren Mai (= Konzeptionsgefäß / vordere Körpermittelachse) und Du Mai (= Lenkergefäß / hintere Körpermittelachse) zählen.

Die Positionierung der Akupunkturnadeln lässt sich mit der Arbeit von Verkehrspolizisten beschreiben: Gute Qi-Energien sollen gestärkt-, negativer Qi-Strom abgeleitet- und gestaute Energien wieder fließend gemacht werden, so dass letztlich ein möglichst harmonisches, ausgeglichenes Verhältnis der beiden komplementären Naturkräfte Yang (= z.B. männlich, Energie, Aktivität, akut, Oberfläche, Verbrauch…) und Yin (= z.B. weiblich, Materie, Struktur, chronisch, innere Organe, Regeneration…) erreicht bzw. wieder hergestellt wird.

Anwendungsgebiete: Unter dem Vorbehalt, dass die tatsächliche Akupunktur-Wirksamkeit in Deutschland bislang nicht durch eine gesetzlich geforderte randomisierte, Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie erwiesen wurde (s.o.), lässt sich mit der Akupunktur (lateinisch: acus = Nadel / pungere = stechen) aus den unterschiedlichsten medizinischen Fachgebieten im Prinzip „alles behandeln, was gestört-, aber nicht zerstört ist“, d.h. vorrangig funktionelle, reversible Gesundheitsstörungen. In der Orthopädie kommt Akupunktur vor allem bei Wirbelsäulensyndromen, Bandscheibenschäden, Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Gelenkarthrosen, Karpaltunnelsyndrom und Muskel-/Sehnenreizungen (wie Tennis- oder Golferellenbogen) zum Einsatz. Aus Allgemeinmedizin und Neurologie berichten Patienten/-innen auch bei psychisch-psychosomatischen Krankheiten, Schlafstörungen, Nikotinsucht, Übergewicht sowie Magen-Darm- und Blasen-Beschwerden über positive Effekte nach Körper-, Ohr– und/oder (koreanischer) Handakupunktur.

Nebenwirkungen/Kontraindikationen: Akupunktur gilt grundsätzlich als Nebenwirkungs- und Risiko-armes Behandlungsverfahren. Als unerwünschte Wirkungen werden selten eine sog. „Erstverschlimmerung“ (= Hyperreagibilität“), kleinere oberflächliche Blutungen/Blutergüsse, verstärkter Harn-/Stuhldrang oder Kreislaufdysregulationen mit Hypotonie, Müdigkeit und/oder eingeschränktem Reaktionsvermögen gesehen.  Sehr selten treten festsitzende Nadeln, Infektionen, Nervenläsionen, Verletzungen innerer Organe oder eine Wirkabschwächung begleitender immunsuppressiv-systemischer Therapien (z.B. MTX, Kortison, Chemotherapeutika), offensichtlich durch die gestörte Eigenregulationsfähigkeit, auf. Nach meiner persönlichen Erfahrung wende ich die Akupunktur nicht zur Krebs-Kausal-Therapie, bei schweren Gerinnungsstörungen, Psychosen mit ungeklärter Rechtssituation, sonstigen Erkrankungen unklarer Diagnose/Dignität, bei floriden Hautläsionen im Punktionsbereich und in der Frühschwangerschaft (wegen der Gefahr der Wehenförderung) an.

 

Behandlungsablauf:

In meiner Praxis arbeite ich ganz überwiegend mit der Körperakupunktur. Eine Behandlungsserie ist in der Regel auf etwa 10 Akupunktursitzungen à ca. 45 min. (inkl. der Vor- und Nachbereitungszeiten) ausgelegt. Verwendet werden dabei, je nach Indikationsgebiet, meist 8 – 18 Akupunkturnadeln mit einer Nadeldicke von max. 0,3 mm.

Behandlungskosten: Privat- (und Beihilfe)-Versicherte bekommen die nach GOÄ Nrn. 269 bzw. 269a abzurechnende Akupunktur regelhaft (ggf. auf vorherigen Kostenübernahmeantrag) erstattet. Für gesetzlich versicherte Patienten/-innen übernimmt die Krankenkasse 1x/Jahr die Kosten für 10 bis max. 15 Akupunktursitzungen bei chronischen Lendenwirbelbeschwerden und Kniegelenksarthrose. Für die Akupunktur anderer Krankheiten außerhalb o.g. zwei GKV-Indikationen berechne ich zwischen 13,99 € und 29,15 € pro Sitzung.

Praxis Dr. Jürgen Müller

Facharzt für Physikalische
und Rehabilitative Medizin,
Orthopädie, Chirotherapie,
Sportmedizin, Akupunktur,
Physikalische Therapie,
Naturheilverfahren

Brechtener Str. 57-59
44536 Lünen
Tel. (0231) – 288 920 40
Fax (0231) – 288 920 44

Sprechzeiten

Mo, Di, Do
8.00 – 12.00 Uhr  und 14.00 – 17.00 Uhr
Mi, Fr

8.00 – 13.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung

 

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