Kinesiotaping

Bitte beachten SieIm Zusammenhang mit der Darstellung medizinischer Behandlungsmethoden stellt die deutsche Rechtsprechung strenge Anforderungen an Richtigkeit, Eindeutigkeit und Klarheit der Aussagen. Dem Bundesgerichtshof zufolge kann ein hinreichender wissenschaftlicher Wirksamkeitsbeleg von medizinischen Behandlungsmethoden in der Regel nur erfolgen durch eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie mit adäquater statistischer Auswertung, die durch Veröffentlichung in den Diskussionsprozess der Fachwelt einbezogen worden ist (BGH 2013, Az. I ZR 62/11). Eine solche Studie liegt bezüglich der Kinesiotaping meines Wissens bisher nicht vor bzw. ein Erfolg der Taping-Behandlung kann ausdrücklich nicht garantiert werden!

Das Kinesio-Taping (griech. kinesis = Bewegung / engl. Tape = Bandage, Verband, Klebestreifen) geht auf den japanischen Kinesiologen und Chiropraktiker Dr. Kenzo Kase zurück, der zu Beginn der 70er Jahre postulierte, Muskelarbeit unterstützen- und Gelenke möglichst ohne Funktionseinschränkung entlasten zu können mittels Tapebändern, die in Dicke, Gewicht und Dehnbarkeit der menschlichen Haut ähneln. Hier und heute ist das Taping vor allem durch den therapeutischen Einsatz im (Leistungs-)Sport bekannt geworden.

Wirkweise: Das Kinesiotaping beruht mutmaßlich auf mehreren Wirkprinzipien: Aktivierung der Hautrezeptoren und nachfolgende Blockierung der Schmerzweiterleitung/-Verarbeitung auf zentraler Ebene,  Unterstützung von Stützfunktion und Propriozeption (= Körperwahrnehmung), Dekompression d.h. Mikromassage mit Anregung des lymphatischen Rückflusses und Detonisierung des Unterhautgewebes durch Anheben der Haut sowie Korrektur (= Muskel- und Kapselbandstabilisierung bzw. Reduktion von Fehlstellungen/-Haltungen) im Rahmen der Zug- und Haltekraft des Tapebandes.

Anwendungsgebiete:  Im Bereich der Orthopädie, Reha- und Sportmedizin setze ich das Kinesio- und/oder Cross-Taping z.B. ein bei:

  •        Akuten und chronischen Muskelverspannungsschmerzen im Wirbelsäulenbereich (z.B. Nackensteife, Blockaden, Brustwirbelsäulenbeschwerden, „Hexenschuss“)
  •         Sportverletzungen (wie Muskel- und Sehnenzerrungen, Kapsel-Band-Überdehnungen           (= Distorsionen), Gelenkschwellungen oder –Überlastungssyndrome)
  •         Gelenkfunktionsstörungen (z.B. Fehlstellungen/-Haltungen, (Sub-)Luxationen, Instabitäten bzw. Gelenklaxitäten)

 

 

Nebenwirkungen / Kontraindikationen: Die Anwendung von Kinesio- und/oder Cross-Tapes gilt grundsätzlich als risikoarm. Unerwünschte Wirkungen bzw. (relative) Kontraindikationen können bei frischen Hautverletzungen, akuten bzw. exazerbierten Hautinfekten, Gefäßerkrankungen (Thrombose, Thrombophlebitis, hämodynamisch relevante AVK), Gerinnungsstörungen und vor allem Allergien auf die Materialien des/der Tapes auftreten. Bei Schwangeren gilt es – meiner Erfahrung nach – zu beachten, dass bestimmte Akupunktur- oder Triggerpunkte nicht überklebt werden dürfen, um die Gefahr frühzeitiger Wehentätigkeiten nicht zu erhöhen!

Behandlungsablauf: Das Tape wird in meiner Praxis normalerweise in der sogenannten „Scheren“- oder „Finger-Handballen-Technik“ angelegt, und zwar aus der antagonistischen Position heraus (z.B. bei schmerzhaft eingeschränkter RECHTS-Neigung/Drehung des Kopfes aus entsprechender LINKS-Haltung heraus) entweder in Form eines I-Tapes, Y-Tapes, Fächertapes oder punktuell als sogenanntes Akupunktur- oder Gitter-Tape (= Cross-Tape). Sie halten meist – abhängig von Belastungsniveau, Wasserkontakt, Hautbeschaffenheit, -Temperatur und Allergieneigung/Juckreiz – 3 bis 10 Tage. Es werden grundsätzlich Tapes aus einem elastischen Baumwollmaterial mit Acrylkleberbeschichtung und typischem „Wellenmuster“ verwendet mit dem Ziel einer möglichst optimalen Kombination aus Wasserfestigkeit, geringer Allergieneigung und Erhalt der Hautatmungsfähigkeit. Für spezielle Anwendungsgebiete können auch Tapes aus Ryan, Latex oder Nylon zum Einsatz kommen. Als Qualitätskriterien der Tapebänder gelten u.a. eine feine Webung, eine mindestens 80%-ige Dehnbarkeit, glatte Tape-Ränder und die Verwendung eines reinen Acrylklebers (bis zu 7% Pflasterkleber sind erlaubt). Geachtet werden sollte auf:

  •         Fettfreie und möglichst (vor)gewärmte Haut
  •         Ggf. Entfernung starker Behaarung im Behandlungsareal
  •         Abrunden der Tape-Ecken
  •         Getapte Flächen sollten (auch nachts) immer be- bzw. abgedeckt sein

Die Bedeutung der Farben ist nach o.g. gesetzlich geforderten Kriterien wissenschaftlich (noch) nicht belegt. Warme Farben (z.B. rot) sollen die Durchblutung verbessern, kalten Farben wie blau schreibt man eher einen Gefäß-verengenden Einfluss d.h. einen Muskel-detonisierenden Effekt zu. Schwarzes Tape hat in der Regel eine um 1 Stufe höhere Kleber-Beschichtungsdicke gegenüber anderen Tapes (Normbeschichtung 1-5), ist also etwas fester/schwerer und zielt somit auf einen stärker stabilisierenden bzw. tonisierenden Effekt ab. Grundsätzlich lassen wir unsere Patienten/-innen „ihre“ Tape-Farbe selber auswählen, so dass damit subjektiv eine positive Wirkung antizipiert werden kann.

 

 

Behandlungskosten: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Kinesiotaping, ggf. kombiniert mit Akupunktur- bzw. Cross-Taping, regelhaft nicht. Privat-, Beihilfe- und/oder Zusatz-versicherte Patienten/-innen erhalten die Taping-Kosten meist ganz oder zumindest teilweise erstattet. Wir berechnen Ihnen dafür – gemäß Aufwand – nach den GOÄ-Positionen a201B, 206, 207 (2,3 bis 3,5-facher Satz) (ggf. bei Kombination von Kinesio- mit Akupunktur-Taping zzgl. GOÄ Nr. 269, 1,0 – 1,5-facher Satz) 14,- bis 31,- €.

Praxis Dr. Jürgen Müller

Facharzt für Physikalische
und Rehabilitative Medizin,
Orthopädie, Chirotherapie,
Sportmedizin, Akupunktur,
Physikalische Therapie,
Naturheilverfahren

Brechtener Str. 57-59
44536 Lünen
Tel. (0231) – 288 920 40
Fax (0231) – 288 920 44

Sprechzeiten

Mo, Di, Do
8.00 – 12.00 Uhr  und 14.00 – 17.00 Uhr
Mi, Fr

8.00 – 13.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung

 

www.dr-mueller-brambauer.de
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